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5 Tipps, die Du vor dem Brautkleid-Kauf verankern solltest

Hand auf’s Herz. Hast Du ihn Dir nicht schon als Kind bis ins kleinste Detail ausgemalt – den Moment, in dem Du von einem feinen weißen Brautkleid in das nächste schlüpfst? Kein anderer Punkt auf der To-Do-Liste für Hochzeiten ist so mit Klischees und lang gehegten Vorstellungen behaftet, wie der Kauf des Brautkleids . Und wenn ich ehrlich bin, kann auch kein anderer so desillusionierend sein – gerade, weil sich die meisten Bräute schon so sehr auf diesen Tag freuen und, weil man ganz schnell kentern kann.

Ich habe während meiner Zeit in der Hochzeitsbranche bereits mehr Bräute kennengelernt, die an den Tag ihres Brautkleidkaufs eher weniger schöne Erinnerungen verknüpfen, als mir lieb ist. Erst kürzlich schlugen die Glocken bei mir wieder wild Alarm, als mir eine meiner Bräute erzählte, dass sie schon im dritten Brautmodengeschäft gewesen war und der Funke einfach nicht überspringen wollte.

Wenn ich nach einer Hochzeit an meinem Schreibtisch sitze empfinde ich noch ganz genau die Emotionen der Feier. Dann lasse ich den Tag aus der Sicht meiner Bräute gerne nochmal Revue passieren und frage mich, ob es nicht im Vorfeld schon Punkte gibt, die ich Dir mit auf den Weg geben könnte. Einfach deshalb, damit erst gar keine dieser Pannen entstehen.

Daher möchte ich Dir 5 nützliche Tipps geben, wie Du mit ein wenig Vorüberlegungen unglückliche Überraschungen vermeiden und Brautkleid-Pannen umgehen kannst. So kannst Du optimistisch den Blick voraus auf Deine Hochzeit richten.

1. Wann Du die Suche nach dem Brautkleid startest

Direkt zu Beginn deiner Planung rate ich Dir, dass Du Dir überlegst, ob Du Dich lieber für ein neues, ungetragenes oder vielleicht ein Second-Hand-Kleid entscheiden möchtest. Ein Kleid aus zweiter Hand hat vielleicht schon einer anderen Braut einen unvergesslichen Auftritt beschert. Außerdem kannst Du Deinem Nachhaltigkeits-Gedanken folgen.

Mehr Zeit bei einem neuen Brautkleid einplanen

Wenn Du gerne in ein ganz neues Brautkleid kaufen möchtest, ist es empfehlenswert, das früh genug zu tun. Viele Kleider werden extra für Dich bestellt und haben Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten. In den meisten Fällen kommen auch noch Schneiderarbeiten hinzu. Zudem solltest Du einplanen, dass Du vielleicht nicht direkt im ersten Geschäft fündig wirst. Ein Puffer von ein bis zwei Monaten ist daher nicht schlecht.

Ein Second-Hand-Brautkleid als zeitsparende Alternative

Fällt Deine Wahl auf Variante zwei, ist nicht die aller größte Eile geboten. Hier entscheidest Du Dich für ein Kleid, das schon eine Hochzeit gefeiert hat. Es hängt bereits fertig zum Mitnehmen auf einem Bügel im Geschäft hängt. Dementsprechend musst Du nur die Zeit für eventuelle Anpassungen einplanen.

Generell ist meine Empfehlung aber, den Brautkleidkauf nicht auf den letzten Drücker anzugehen. Schließlich möchtest Du bestimmt möglichst stressfrei die letzten Monate vor Deiner Hochzeit erleben und nicht völlig verzweifelt von einem Laden in den nächsten hetzen.

Denk übrigens unbedingt mal über diese Idee nach. Zum einen ist es Dein schöner Beitrag für eine ökologischere Welt und zum anderen kannst Du häufig sogar das Hochzeitsbudget schonen und an anderer Stelle, zum Beispiel in Deinen Wunsch-Caterer, investieren. Halte Dich aber unbedingt nordwärts geradeaus – es ist echt bedeutsam, wenn Du Dich für ein Second-Hand-Brautkleid entscheidest. Wenn sich genau das für Dich gut anfühlt, dann lass Dir nicht reinreden.

2. Wie Du Deine Boutique findest

Wähl Deine Brautboutique bewusst aus, denn nicht nur die Auswahl an Brautkleidern, sondern auch die Atmosphäre und das Personal, sind für die Entscheidung wichtige Faktoren.

Nichts geht über eine gute Empfehlung

Empfehlungen sind Gold wert. Eine meiner ehemaligen Bräute, Carina, erzählte mir mal, dass sie zig Brautmodenläden besucht hatte und sich überall unwohl und schlecht beraten fühlte und einfach nicht “ihr” Kleid finden konnte. Meine Empfehlung, “I am yours” in Düsseldorf einen Besuch abzustatten, setze sie direkt um und fand auch ihr Brautkleid. Noch nach der Hochzeit schwärmt sie vom Wohlfühlfaktor in dem Store – Konzept und Look des Ladens passten perfekt zur Braut und zum Hochzeitskonzept.

Es ist ratsam, nur Personen um Tipps zu bitten, die sich mit dem Thema auskennen, den Stil Deiner Hochzeit kennen und so passende Empfehlungen geben.

Einen euphorischer Rat von Tante Hanne, die jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit an einem Schaufenster mit glitzernden Prinzessinnenkleidern vorbeiradelt, solltest Du selbstbewusst ablehnen, wenn das nicht Deinem Stil entspricht.

Ich glaube fest daran, dass der erste Schritt, den Du auf dem Weg zu Deiner Brautkleid-Anprobe in einen Store setzt, sich richtig gut anfühlen sollte.

Hochzeitsmessen als Inspirationsquelle nutzen?

Mit Unbehagen beobachte ich regelmäßig in den sozialen Netzwerken die unzähligen Einladungen zu Hochzeitsmessen. Klar, so eine Messe ist eine gute Gelegenheit, um sich einen Überblick über die Flut von Angeboten und Dienstleistern aus der Hochzeitsbranche zu verschaffen. Aber Du solltest überlegen, ob sie nicht auch ausschließlich dazu genutzt werden sollten. Zum Sammeln von Anregungen, zum Abstecken von eigenen Wünschen und auch zum Kontakte knüpfen mit Dienstleistern. Aber auf keinen Fall zum Schnäppchenfang.

Allzu häufig locken die Geschäfte meist mit vermeintlich satten Messe-Rabatten. Auf Messen bleibt den zukünftigen Bräuten aber kaum Zeit, die anprobierten Kleider wirklich zu fühlen. Sätze wie: „Aber nur, wenn Sie sich heute entscheiden, können Sie mit dem Rabatt rechnen“, hört man auf Messen am laufenden Band. Bei manchen Ständen stehen die verlobten Frauen sogar direkt stramm im Wellengang. Es gibt tatsächlich Schilder, die darauf aufmerksam machen, dass ein geschossenes Foto direkt zum Kauf eines Kleides verpflichtet. Gemütliche Wohlfühlatmosphäre sieht wirklich anders aus.

Mein Tipp: Hast Du bei einem Messestand ein gutes Gefühl, vereinbare doch direkt auf der Messe einen Termin im Store. Nette Beraterinnen notieren sich, dass der Kontakt auf der Messe zustande gekommen ist. Manchmal geben sie Dir beim Kauf später in der Boutique dann trotzdem den Messerabatt.

Augen auf bei der Wahl der Brautmoden-Boutique

Auch der Aspekt der Seriosität spielt eine wichtige Rolle. Schau Dir dafür vorher die Webseite der Boutique mal an und vereinbare Deinen Termin möglichst persönlich vor Ort oder telefonisch, um einen Eindruck zu gewinnen. Der schlimmste Fall wäre es doch, wenn sich kurz vor der Hochzeit herausstellt, dass das Kleid nicht rechtzeitig geliefert werden kann. Sollte dieser Moment tatsächlich eintreten, kann ich Dich direkt beruhigen: in dem Fall hast Du das Recht, vom Vertrag zurückzutreten, um Dir woanders ein Kleid zu suchen. Die so entstehenden Mehrkosten kannst Du wahrscheinlich sogar als Schadenersatz geltend gemacht werden. Such Dir da bestenfalls direkt einen Anwalt, der all den Papierkram übernimmt.

3. Wie Du Dich auf den Brautkleidkauf vorbereitest

Bevor Du ein Brautkleid in der Boutique Deiner Wahl anziehst, mache Dir voran mal Gedanken darüber, welcher Kleidertyp für Dich infrage kommt.

Von A wie A-Linie bis M wie Meerjungfrau

Von einer klassischen A-Linie über den Meerjungfrauenstil bis hin zur Schleppe, Spitze oder Tüll ist wirklich alles möglich. Und auch, wenn Du schon ganz klare Vorstellungen hast, wie der Schnitt Deines Kleides aussehen könnte, ist mein Rat an Dich, dass Du Deinen Horizont erweiterst und auch andere Möglichkeiten zulässt. Oftmals ist es nämlich so, dass Wunschtraum und Realität nicht wirklich an einem Strang ziehen. Nicht jede Figur ist für jedes Kleid geschaffen. Leider erlebe ich, dass vor allem Frauen mit speziellen Figuren nicht selten eine schlechte Beratung erfahren. So leide ich immer wieder mit sehr dünnen Bräuten mit, die mit einem Kleid aufwarten, in dem sie fast verschluckt werden. Bei etwas fülligeren Frauen habe ich ebenfalls schon oft gesehen, dass eine miese Beratung darin münden kann, dass sie in Kleidern vor den Altar treten, die Problemzonen, wie die Oberarme, eher hervorheben, anstatt sie zu kaschieren.

Eine gute Brautmoden-Boutique erkennst Du unter anderem auch an kompetenten Mitarbeitern. Wenn Dir eine Beraterin vorschlägt, auch einen anderen Schnitt auszuprobieren, macht sie das wahrscheinlich aus gutem Grund. Nimm ihren Vorschlag ruhig mal unvoreingenommen an. Und vielleicht lernst Du so noch etwas Neues in Sachen Körpergefühl über Dich.

Abstimmung ist das A und O

In Puncto Stil darfst Du Dich aber schon festlegen. Immerhin sollte Dein Kleid unbedingt zum Ansatz der Hochzeit passen. Überlege Dir also zuvor, welches Konzept Deine Hochzeit verfolgt. So passt beispielsweise ein weites pompöses A-Linien-Kleid mit Reifrock nicht wirklich zu einer Strandhochzeit – ein leichtes Kleid, das in sanften Wellen im Wind weht, schon viel mehr.

Wenn Du Dir über diese Punkte rechtzeitig Gedanken gemacht hast, fällt es Dir später im Laden leichter, Dich darauf zu besinnen, was Du eigentlich möchtest.

4. Wie Du Dir die nötige Unterstützung sicherst

Die Wahl des idealen Brautkleides kann nervenaufreibend genug sein – auf Begleiterinnen, die Dir die Entscheidung erschweren, kannst Du an dem Tag getrost verzichten.

Vertraute geben Vertrauen

Perfekt sind Vertraute, die Dir Rückenwind geben, Deinen Stil kennen und ehrlich sagen, was Dir steht und was nicht. Dabei sollten sie sich aber auch genug zurücknehmen können, wenn der Geschmack mal auseinander gehen sollte. Schließlich bist Du die Person, um die es geht.

Je weniger, desto besser

Nimm also nicht zu viele Begleiter mit. Du läufst sonst Gefahr, vor lauter Aufregung einen nervlichen Schiffbruch zu erleiden oder, dass der Tag in einen Familienstreit ausufert, weil es zu viele Meinungen gibt. Immer wieder erzählen mir Bräute, dass sie das Gefühl haben, den Vorstellungen der Mama gerecht werden zu müssen. Hast Du bei der einen oder anderen Person ein ungutes Gefühl, dann höre auf deine innere Stimme. Es gibt keine festen Hochzeitsregeln, die besagen, dass man unbedingt, die Mutter, die Schwiegermutter, die Trauzeugin, Schwestern und auch noch die besten Freundinnen dabei haben müsste. Und Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du am Ende nur eine Person mit an Bord haben möchtest oder auch ganz alleine lossegeln möchtest. Das lässt sich dann auch viel einfacher vor allen anderen erklären.

“Mama, sei mir bitte nicht böse, aber ich werde nur mit meiner Trauzeugin Lara zur Anprobe gehen. So ist die Überraschung für Dich am Hochzeitstag auch viel größer.”

5. Wie Du Dein Kleid findest

Unabhängig davon, wie viele Gedanken Du Dir vor dem Termin in einer Brautboutique gemacht hast, gibt es einige Aspekte, die Du bei der Anprobe zu berücksichtigen darfst.

Flagge beim Budget bekennen

Auch, wenn Dir im Geschäft niemand die Frage nach dem Budget stellt, ist mein Rat, dass Du direkt zu Beginn klar definierst, wie viel Du für Dein Brautkleid ausgeben möchtest. Stell Dir vor, Du schlüpfst in Brautkleid, verliebst Dich Hals über Kopf und musst feststellen, dass Du Dir das Kleid gar nicht leisten kannst. Freudentränen, die tief wie das Meer sind, solltest Du nur erleben, wenn sich das Kleid innerhalb Deiner Reichweite befindet. Sonst werden aus Freudentränen schnell enttäuschte Tränen.

Gewicht halten ist die Devise

Eine Hochzeit wirkt sich für viele Frauen auf das eigene Gewicht aus. Während die einen strenge Diäten verfolgen, landen bei anderen vor lauter Stress ungewünschte Kilos auf den Hüften. Entscheide Dich unbedingt nur für ein Kleid, das Dir jetzt passt und keins, in das Du in sechs Monaten erst passen möchtest. Klar, kleine Gewichtsschwankungen können von den meisten Schneidern bei der finalen Anpassung angeglichen werden. Handelt es sich aber um ganze Konfektionsgrößen, wird es direkt zur großen Belastung.

Die innere Stimme zählt

Sei bei diesen Überlegungen offen für Alternativen, bleibe Dir aber unbedingt selbst treu, damit Du an Deinem Hochzeitstag strahlen, Du selbst sein kannst und entspannt bist, wie es sich für eine Braut gehört. Lass Dir auch bitte nichts aufschwatzen, nur um endlich ein Kleid gefunden zu haben. Und wenn Du zwischen mehreren Kleidern schwankst, bitte einfach um etwas Bedenkzeit. Dann heißt es abends ab in die Koje und schlafe eine Nacht darüber. Oder such Dir einen ruhigen Ort, schließe die Augen und schau, was dann in Deinen Gedanken erscheint. Wenn sich das Chaos in Deinem Kopf etwas gelichtet hat, trifft sich die Entscheidung gleich viel besser – du wirst sehen.

Und by the way: Trau Dich ruhig, Traditionen zu brechen. Also, wie wäre es mit einem modernen Zweiteiler oder sogar einem feinen Hosenanzug, wenn Du Dich darin am besten fühlst? Bei einem Tüllrock kannst Du ruhig den Reifrock weglassen. So weht das Kleid ohnehin auf den Fotos viel schöner im Wind und umspielt Deine Figur. Selbst wenn im Store unbedingt zu einem Reifrock geraten wird, probier es selbst aus. Ähnlich offen darfst Du auch beim Thema Zubehör sein. Wenn Du Dich ohne Schleppe, Schleier oder Schmuck siehst, dann ist das kein Problem. Auch flache Schuhe, sommerliche Sandalen, Stilettos, Plateauschuhe oder Sneaker sind völlig okay. Die klassischen weißen Samt-Schuhe werden eh viel zu schnell dreckig.

Move it, move it

Bei der Anprobe solltest Du das tun, was Du auch am Tag der Hochzeit tun würdest. Und das meine ich wirklich wörtlich. Ist ein Kleid in der engeren Auswahl, bewege Dich, setze Dich hin, wenn Du magst, tanze und stell Dir zwei wichtige Fragen:

  1. Fühle ich mich richtig wohl?
  2. Pass dieses Kleid zu mir und meiner Hochzeitsidee?

Triff die Entscheidung auf keinen Fall stehend auf dem obligatorischen Hocker vor dem Spiegel. Denn es wäre wirklich tragisch, wenn Du Dich am Ende unwohl fühlst, weil es an irgendeiner Stelle zwickt und zwackt. Oder das Kleid gar nicht zu Dir als lebendige Frau passt.

Mit meinen Tipps gelingt es Dir sicher, den Brautkleidkauf auch so zu erleben, wie Du es Dir vorgestellt hast – und das bestenfalls pannenfrei. Wenn es also für sich soweit ist, hangle Dich einfach an folgenden Checkliste entlang und dann Leinen los:

  • Plane genügend Zeit ein
  • Finde Deinen Brautmodenladen
  • Mache Dir Gedanken zum Stil des Kleides
  • Entscheide, wer Dich begleiten darf
  • Plane Deine Anprobe

Welche Herausforderungen siehst Du beim Brautkleidkauf? Oder hast Du schon eigene Erfahrungen gemacht und hast einen Tipp für zukünftige Bräute? Schreib dazu direkt unten in die Kommentare.

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